Bildung

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Bundeswehr-Werbung auf städtischen Flächen verbieten – Gegen die Indoktrination Münsteraner Kinder!

Die Linke KV Münster

Die Kriegspropagandawelle erreicht die Friedensstadt! Seit einigen Tagen prangt Werbung der Bundeswehr auf unzähligen städtischen Werbeflächen, etwa an Bushaltestellen, Litfaßsäulen und zentralen Plätzen. Darauf unter anderem zu lesen: „Wie weit gehst du für unsere Demokratie?“ oder „Bereit, wenn du es bist.“. Die Strategie der Bundeswehr lautet nun anscheinend: Wenn schon nicht mit Pflicht, dann mit Indoktrination!

Katja Martinewski, Oberbürgermeister-Kandidatin der Partei die Linke Münster, kommentiert:
„Besonders zu verurteilen ist, dass die Bundeswehr an Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe zu Schulen und Kitas, also an zentralen Umstiegsplätzen für Kinder, wirbt. Ob in Gievenbeck an der Bushaltestelle St.-Michael-Kirche, direkt neben Grundschule und Jugendzentrum, großflächig auf Litfaßsäulen an der Haltestelle „Platz der Weißen Rose“ nur wenige hundert Meter von einer Realschule entfernt oder gar unmittelbar vor dem Schulzentrum Kinderhaus: Überall werden Kinder und Jugendliche mit Bundeswehr-Werbung konfrontiert.

Damit verstößt die Stadt Münster indirekt gegen die UN-Kinderrechtskonvention, die das Kindeswohl ins Zentrum stellt. Schon mehrfach wurde die Bundesrepublik vom UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes gerügt, weil solche einseitige Reklame, die Abenteuer und Karriere verspricht, aber Tod, Traumata und Leid verschweigt, Kinder in besonderem Maße gefährdet. Münster darf dieses Fehlverhalten nicht auch noch auf städtischen Flächen wiederholen.
Die Stadt vergibt die Werbeflächen und daher trägt sie die Verantwortung, selbst wenn diese Werbeflächen von privaten Unternehmen betrieben werden. Als Friedensstadt darf Münster nicht zulassen, dass Kinder im öffentlichen Raum systematisch militaristischer Indoktrination ausgesetzt werden. Wir fordern: Schluss mit der Bundeswehr-Werbung auf städtischen Flächen!“

Katharina Geuking, Fraktionssprecherin der Linken Münster, erläutert dazu:
„Dass diese Werbung überhaupt möglich ist, hat auch mit der Vermarktungsstruktur der Außenflächen zu tun. Die Stadt Münster hat Anfang 2024 ihre Werberechte an die RBL Media GmbH vergeben, ein Unternehmen, das kurz darauf vollständig von der Ströer-Gruppe übernommen wurde. Ströer ist kein unbekannter Akteur, sondern seit Jahren enger Partner der Bundeswehr. Schon 2019 sorgte das Unternehmen bundesweit für Kritik, als es in Köln großflächig Bundeswehr-Reklame in direkter Nähe von Schulen platzierte.

Wer also glaubt, es handele sich hier um zufällige Motive auf neutralen Werbeflächen, irrt: Ströer verdient gezielt an Rekrutierungs- und Imagekampagnen der Armee und damit an der Militarisierung des öffentlichen Raums. Die größten Anteilseigner des Unternehmens Allianz SE, JPMorgan Chase & Co. oder ValueAct Holdings GP LLC investieren zugleich Milliarden in Rüstungskonzerne und sogar in Firmen, die an Atomwaffentechnologien beteiligt sind. Bundeswehr-Werbung im Stadtbild bedeutet daher nicht nur Militarisierung der Gesellschaft, sondern auch Profite für internationale Finanzakteure und Großaktionäre. Hier zeigt sich exemplarisch, wie Kapitalinteressen über Menschenleben gestellt werden. Münster darf sich daran nicht beteiligen.“