LEG kündigt Stadtteilgewerkschaft in Berg Fidel – Angriff auf solidarische Stadtteilarbeit
Dem Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V. wurden Ende September 2025 von der LEG die Räume gekündigt. Der Trägerverein der Stadtteilgewerkschaft Berg Fidel Solidarisch hatte erst wenige Monate vorher, im April, einen unbefristeten Mietvertrag für die Räume der „Alten Post“ unterzeichnet und stellt seitdem den Raum u.a. für die Aktivitäten von Berg Fidel Solidarisch zur Verfügung.
Die Linke Münster solidarisiert sich ausdrücklich mit der Stadtteilgewerkschaft Berg Fidel Solidarisch und dessen Trägerverein, dem Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V.. Die Kündigung des Mietvertrags durch die LEG Wohnungs- und Immobiliengesellschaft ist aus unserer Sicht ein politisch motivierter Angriff auf kritische, solidarische Nachbarschaftsarbeit und muss umgehend zurückgenommen werden.
„Was die LEG hier betreibt, ist der Versuch, unliebsame Kritik mundtot zu machen. Ein Konzern, der von steigenden Mieten profitiert, entzieht einem Nachbarschaftstreff die Räume, weil dort Missstände benannt werden. Das ist inakzeptabel und ein fatales Signal an die Menschen, nicht nur in Berg Fidel, sondern in ganz Münster“, erklärt Fardad Afscharian, Sprecher des Kreisverbands Die Linke Münster.
Dass ein unbefristeter Mietvertrag nach nicht einmal sechs Monaten gekündigt wird, nachdem erhebliche Eigenleistungen in Renovierung und Ausbau der Räume geflossen sind, ist ein Skandal. Besonders empörend ist, dass die LEG die Kündigung offen damit begründet, dass der Nachbarschaftstreff eine Plattform für Kritik an der LEG sei. Kritische Stimmen zu unterdrücken, indem ihnen Räume entzogen werden, zeigt, wie berechtigt diese Kritik ist.
Der Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V. leistet seit Jahren unverzichtbare Arbeit im Stadtteil: Beratung von Mieter*innen, Unterstützung bei Problemen mit Behörden, offene Treffangebote, solidarische Küchen und nicht zuletzt die Bereitstellung von Räumen für die Tafel Münster. All diese Angebote kommen direkt den Menschen in Berg Fidel zugute – gerade in einem Stadtteil, der besonders von steigenden Mieten, Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen ist.
„Berg Fidel Solidarisch ist ein Ort, der für viele Menschen hier eine konkrete Unterstützung bei den vielen Problemen mit der LEG, aber auch anderen Alltagsprobleme bietet. Wir sehen die Kündigung unserer Räumlichkeiten daher als einen Angriff auf die Rechte und das Leben aller Menschen in Berg Fidel, insbesondere der Mieter*innen der LEG. Wir fordern von der LEG die Rücknahme dieser skandalösen Kündigung“. sagt Marvin Feldmann, Mitglied der Stadtteilgewerkschaft.
Die Begründung der LEG, man habe sich einen „konstruktiven“ Nachbarschaftstreff gewünscht, entlarvt ein problematisches Verständnis von Beteiligung: Offenbar ist Nachbarschaft nur dann willkommen, wenn sie nicht widerspricht und Missstände nicht öffentlich macht. Dabei sind genau diese Missstände – überhöhte Mieten, mangelhafte Instandhaltung und schlechte Erreichbarkeit – vielfach dokumentiert und realer Alltag für viele LEG-Mieter*innen, auch in Münster.
Die Linke Münster verurteilt diese Geschäftspraxis scharf. Ein börsennotierter Wohnungskonzern, der in Berg Fidel eine faktische Monopolstellung innehat, trägt eine besondere soziale Verantwortung. Statt diese wahrzunehmen, nutzt die LEG ihre Marktmacht offenbar, um kritische Initiativen unter Druck zu setzen und ihr Image zu schützen.
Wir fordern die LEG nachdrücklich auf, die Kündigung des Mietvertrags zurückzunehmen, damit Berg Fidel Solidarisch seine wichtige Arbeit fortsetzen kann. Gleichzeitig braucht es endlich eine politische Antwort auf die Macht großer Wohnungskonzerne: Wohnraum und Nachbarschaftsorte dürfen nicht von Profitinteressen abhängig sein.
Die Linke Münster steht an der Seite von Berg Fidel Solidarisch und allen Initiativen, die sich für Solidarität, Teilhabe und das Recht auf Stadt einsetzen.
